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Dass der, gemessen an moderner Technik vorsintflutliche Datenverarbeiter seine treuen Fans hat, zeigt ein Treffen am vergangenen Wochenende in Wittenberg. Die Spectrum-Freunde kommen von weit her, um sich auszutauschen. Aus Osterreich etwa oder aus den Niederlanden. "Wir sind die letzten Mohikaner", charakterisiert Roelof Koning die Gruppe - und freut sich offenkundig darüber. Natürlich besitzt der Elektroniker aus Groningen auch einen schnellen PC -"und Telefon und Waschmaschine und Trockner". Aber der Heimcomputer "ZX Spectrum", den der Holländer auch in einer russischen Variante mit nach Wittenberg gebracht hat, fasziniert ihn nach wie vor: "Damals, als er heraus kam, hatten sich weltweit eine Menge Leute herausgefordert gefühlt, zu entdecken, was mit dem Gerät alles möglich ist. Zudem: Ich kenne den Spectrum komplett und habe mit ihm kein Bill-Gates-Problem."
Zwar sind es überwiegend ältere Herren, die im Kulturbund vor ihren historischen Maschinen hocken, basteln, Daten eingeben oder fachsimpeln, aber eben nicht nur. Stephan Truppel ist 15 Jahre alt -und gehört schon seit längerem zu den Spectrum-Freunden. Den jungen Mann aus Potsdam beeindruckt, dass normale technische Kenntnisse ausreichen, um mit dem Heimcomputer zu arbeiten: "Mit dem kann man sogar noch eine Eisenbahn steuern."
Nicht zum ersten Mal beim Spectrum-Treffen in Wittenberg dabei ist Manfred
Döring aus Stuttgart. Der Mann mit dem langen Bart sitzt gerade vor
einem Laptop aus den 90er Jahren, aber natürlich besitzt auch er die
ganz alten Modelle. "Ich habe seit 1981 einen ZX 81, damals für 161
DM als Bausatz erworben. Den kenne ich in- und auswendig."
Wie sein Gegenüber, Norbert Opitz aus Wittenberg. Er ist es, der
die Zusammenkünfte organisiert. Seit den 80er Jahren gehört Opitz
zu den Wittenberger Computerfreunden, die bereits am 22. März 1987
einen offiziellen Club heim Kulturbund gründeten. Was die Genossen
damals heftig irritierte. Es handelte sich schließlich überwiegend
um Besitzer von West-Computern. Die SED-Kreisleitung fragte die SEDBezirksleitung,
die war, so heißt es heute, ratlos und habe den Bau von Robotern
empfohlen. Woraus nichts wurde. Rund 100 Computer-Freunde meldeten sich
zur Eröffnung des Clubs, der laut Schäfer bald zum Beratungszentrum
im Kreis avancierte. Es gibt den Computerclub, wenngleich mit weit weniger
Mitgliedern, noch immer.
Opitz, der am Wochenende Stunden mit seinem ZX Spectrum zubringen kann,
zieht einen Vergleich zu Oldtimern: Es ist beim PC wie bei Autos, entweder
sie funktionieren oder sie funktionieren nicht. Bei den alten Modellen
aber kann man noch dran basteln und sie reparieren." Er hat auf die moderne
Ausrüstung im übrigen lange verzichtet. Erst der Austausch mit
den Spectrum-Freunden von weither brachte ihn zur neueren Technik: "Per
E-Mail geht das doch besser."
