| Der Malzirkel des Kulturbunds eröffnet
am Dienstag, dem 24. Februar, um 10.30 Uhr eine Ausstellung von Sibille
Stahlberg.
Wittenberg Ihr). In der Kleinen Galerie im KTC an der
Luther-straße 41 sind dienstags von 10 bis 14 Uhr und nach Vereinba-
rsng voraussichtlich bis Ende April Bilder der Wittenbergerin zu sehen.
Sibibille Stahlberg hat ein offen- sichtliches Faible
für Blumen:
Kräftige Sonnenblumen, rosa Nel-ken, zarte Mohnblumen,
urwüch- sige Wildrosen und ein aufge-blühter Tulpenstrauß
fallen ins Auge. Sie malt aber auch Landschaften, Porträts von Familien-mitgliedern,
Tiere und Stilleben
Bei den Maltechniken ist sie
ebenfalls vielseitig, auch wenn sie
|
ihren Pinsel hauptsächlich
in
Acrylfarbe taucht. “Aber ich ver- wende ebenso Ölfarbe,
Pastell kreide, male Aquarelle oder zeichne“, erzählt die Hobby- Künstlerin.“Das
hängt nicht nur vom Motiv ab; vielmehr habe ich Phasen, in denen ich
nur mit Pastellkreide arbeite und irgendwann wieder zu Acrylfarbe greife."
All diese Techniken sind auch in der Ausstellung zu sehen.
Schon als Kind hat Sibille Stahl- berg gern Porträts
mit dem Blei- stift gezeichnet. An der Volks- hochschule hat sie an Aquarell-,
Pastellmalerei- und Zeichenkur sen teilgenommen, bevor sie
1999 durch Mund-zu-Mund-Pro paganda aum Malzirkel gestoßen
ist. Für ihre Motive wie erwa die Blumen bedient sich die gebürtige
Vogtländerin, die seit 1964 in Wittenberg lebt, ihrer Erinnerung. |
“Wenn jemand die Blütenblatter nachzählt
und das nicht der Realität entspricht, ist das künstlerische
Freiheit“, stellt sie ruhig lächelnd fest. Als Vorlagen yerwendet
sie aber auch Fotos und Abbildungen aus Zeitungen - mit Einschränkungen:
“Ich male nur, was ich selbst gesehen oder erlebt habe.“ Sibille Stahlberg
besitzt aber auch unvollendete Werke:
“Das hängt mit der Tagesform zusammen. Manchmal
merke ich einfach ‘Das wird nichts´ “, schmunzelt sie über sich
selbst.
Nicht wie
in der Schule
Selbst wenn die Wittenbergerin bereits künstlerisch
vorbelastet |
war, bevor sie zum Malzirkel
gekommen ist, hat sie dort doch einiges dazugelernt:
“Ich hatte vor 1999 noch nie mit Öl gemalt, habe es hier bei Herrn
Wranik das erste Mal versucht und schließlich erlernt.“ Die Rede
ist von Hans Georg Wranik, der den Malzirkel von Beginn an seit über
zehn Jahren leitet. “Von ihm habe ich mir über die Jahre viel abgeguckt,
z.B. die Hintergrundgestaltung“, lobt Sibille Stahlberg. “Trotzdem ist
es nicht wie in der Schule, sondern ganz locker, so dass der Malzirkel
eine schöne Freizeitgestaltung ist.“
Auch Hans Georg Wranik selbst fällt zu seinem Malzirkel
als Erstes die Ungezwungenheit ein “Alle können malen, was sie wollen:
Acryl, Aquarell oder Öl, was Spaß macht. Und jeder kann zu uns
kommen.“ |
Im Moment müssten es heißen,
dass jede in den Malzirkelkommen kann, doch nicht immer ist es eine reine
Frauenrunde gewesen. “Wir hatten auch mal zwei Lehrer dabei“, erinnert
sich Wranik.
Der agile über 80-jährige hat 25 Jahre lang
als Tenor im Chor des Elbe Elster Theaters Wittenberg, dem ehemaligen Mitteldeutschen
Landestheater, gesungen “Bei Not am Mann habe ich auch mal Bühnenbilder
entworfen oder Porträts von den dortigen Künstlern gemacht“ Seine
Kenntnisse und Fertigkeiten hat er sich im polnischen Raciborz bei Katowice
angeeignet, wo er Malerei, Grafik, Plastik ond Bühnenbild studiert
hat. Heute geht er im Malzirkel langsam um die Tische herum, sieht sich
die Bilder an, erklärt, verbessert, hilft und beantwortet Fragen. |