Kulturbund e.V. Lutherstadt Wittenberg
Lutherstraße 43a   06886  Lutherstadt Wittenberg  Tel./Fax.:03491 / 886371

Kleine Geschichte des Kulturbundes

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Der Kulturbund in Deutschland
Nach dem Zusammenbruch des Hitlerfaschismus 1945 herrschte in Deutschland unter der Bevölkerung politische und kulturelle Orientierungslosigkeit. 
Kultur und Kunst wurden als wichtig für die Erziehung zu Humanismus und Demokratie erkannt. 
In der damaligen sowjetischen Besatzungszone wurde das Versammlungsrecht und die Gründung von Vereinen zugelassen. 
In Berlin wurde am 13. Juni 1945 eine Vereinigung aller an Kultur interessierten Menschen gegründet, der sich "Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" nannte. 
Er war als Heimstatt aller an Wissenschaft, Kunst, Literatur und Heimatkunde interessierten Menschen ohne Rücksicht auf Herkunft oder Parteizugehörigkeit gedacht. Hauptziel war, die Menschen wieder mit den humanistischen Werten einer unter dem Faschismus entstellten oder verbotenen Kultur vertraut zu machen. 
An der Spitze des Kulturbundes standen aus der Emigration zurückgekehrte Künstler und Wissenschaftler oder Idealisten, die sich ihre humanistische Denkweise bewahrt hatten. 
Der Kulturbund erreichte breite Bevölkerungskreise und er ermöglichte eine sinnvolle Freizeitgestaltung. 
Über die Bezeichnungen "Deutscher Kulturbund" und schließlich, als infolge des kalten Krieges der Traum von der Wiedervereinigung starb, als "Kulturbund der DDR" wurde die Organisation in den staatlichen Zentralismus einbezogen und hatte ein Alleinvertretungsrecht z.B. für Interessengruppen auf den Gebieten Philatelie, Naturschutz oder Heimatgeschichte. Ein Vereinsrecht gab es in der DDR schon lange nicht mehr. 
Der Kulturbund war in allen Kreisen und vielen Orten präsent.
Regte sich irgendwo ein neues Interesse, z.B. Postkarten oder Streichholzschachteln sammeln, Heimcomputer  betreiben oder Höhlenforschen, schon fand sich die Gruppe im Kulturbund wieder. Damit war die materielle Existenz der Gruppe gesichert, aber die staatliche Aufsicht auch.
Eine Besonderheit war der Klub der Intelligenz. Er war eine von der DDR-Regierung 1954 zugestandene Insel der Exklusivität für Akademiker, wo sie einerseits unterwo sie einerseits unter sich sein konnten und andererseits ein öffentliches Vortragsprogramm gestalteten
Der Kulturbund in Wittenberg.
Der 
Der Kulturbund nutzte seit 1948 das Hauses Puschkinstraße 64.  Mit der Gründung des "Klub der Intelligenz" im Jahr 1955 wurde das Haus umgebaut und vergrößert, um den Ansprüchen gehobener Gastlichkeit zu genügen. 
 
Später bekam das Haus den Namen des Chemieprofessors  Hans Heinrich Franck , parteilos und wegen unbefleckter Vergangenheit nach 1945 Direktor des Stickstoffwerkes. Der Name wurde von den Piesteritzer Chemikern vorgeschlagen und fand allgemeine Zustimmung. Der Hans-Heinrich-Franck-Klub war seitdem Treffpunkt von Ärzten, Lehrern, Chemikern (der sog. Intelligenz), von Interessengruppen des Kulturbundes und gleichzeitig Sitz des Sekretariats. Das waren etwa 1200 Mitglieder in 4 Gesellschaften, 20 Fachgruppen, Freundeskreise , der Klub der Intelligenz, die kleine Galerie und eine Gaststätte. Das monatlich erscheinende Programmheft wurde jedem Mitglied zugeschickt.
Der Klub der Intelligenz organisierte ein hochkarätiges universelles und öffentliches Vortragsprogramm.
In der "Kleinen Galerie" Galerie fanden regelmäßig Ausstellungen bildender Künstler statt. Im Wittenberger Kulturbund trafen sich regelmäßig 
die Fachgruppen: Feldherpetologie,  heimische Fische,   Entomologie, Geologie, Ornithologie, heimische Säugetiere, Botanik,  Heimische Pilze, Terrarienkunde, Kakteen und andere Sukkulenten, Bonsai, Denkmalpflege, Numismatik, Philatelie,  Philokartie, Esperanto, 
die Interessengruppen: Wittenberger Röhrwasser, Wandern und Touristik, Handarbeiten, Keramik, Heimatgeschichte, Aquarianer, Igelschutz, Fotografie, Pirckheimer. 
Die Freundeskreise:  Kleine Galerie,  Literatur, Heimcomputer Die Gruppen waren  aktiv und erfolgreich, auch international. 
Die Gaststätte war als Vereinsgaststätte Mitgliedern, deren Gästen und Besuchern von Veranstaltungen geöffnet.
Von 1987 bis 1989 wurde das Haus mit eigenen Kräften rekonstruiert und um einen Kleinen Saal, einen Empfangsraum und einen Gastraum erweitert. Ein Parkplatz wurde angelegt und ein Garten-Cafe eingerichtet.
Der Hans-Heinrich-Franck hat sich über Jahrzehnte zu einer Stätte der Begegnung und der Gastlichkeit zugleich entwickelt. Diese Tradition hat sich in das  Bewußtsein der Bürger der Stadt Wittenberg eingeprägt.
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Der Neubeginn 1990
Im Jahr 1990 brach der DDR-Apparat des Kulturbundes zusammen, die Bezirksleitung verschwand und damit auch die Finanzierung des Personals in Wittenberg. Der Klub der Intelligenz ging von einem Tag zum anderen unter, seine "geborgte Exklusivität" war nicht mehr gefragt. (Akademiker suchen sich ihre Treffpunkte selber, die Gehälter machen jetzt den Unterschied.) 
Um den Kulturbund zu retten, wurde der Vorstand neu gewählt und, entsprechend den von den alten Bundesländern zu übernehmenden Gesetzen, die Aufnahme in das Vereinsregister beantragt. Seit dem 2. November 1990 ist der Kulturbund Wittenberg e.V. ein unabhängiger selbständiger Verein.  Der Kulturbund e.V. erklärt sich in seiner Satzung 
 
- zur eigenständigen und überparteilichen Organisation. 
- Er tritt für eine  freie, demokratische Kultur ein und fördert die Begegnung der  Weltkulturen.
-  Er will eine kulturelle Bürgerbewegung sein, die  auf Freiwilligkeit und Gemeinnützigkeit beruht.
-  Er ist offen für alle Bürger und Vereinigungen, ungeachtet ihrer weltanschaulichen, religiösen 
   und politischen Bindung.
Der Vorstand versuchte, das Haus für die Stadt zu erhalten, schließlich hatte es als Hans Heinrich Franck Klub gute Tradition. 
Einmal sollte es Vereinshaus werden, dann  soziokulturelles Zentrum nach westdeutschem 68er.Ideal. Schließlich stolperte man über die Fallstricke des Einigungsvertrages: Der Mietvertrag war um eine Woche zu jung. Das Haus ging an die Erben zurück. 
Die Stadt stellte uns ab Januar 1998 Räume in der Kinderkrippe „ Struppi“ im Neubaugebiet zur Verfügung.
 
Wir änderten unser Profil, wurden kulturelle Dienstleister, und öffneten uns anderen Vereinen: z.B. Imkerverein, Gesangverein der Sudetendeutschen, usw.
Besonders entwickelten wir die kreativitätsfördernden Bereiche, Aquarell- und Ölmalerei, Kreatives Gestalten, Blumengestecke und alles, was Erfolgserlebnisse schafft. 
Die kleine Galerie war die Einzige im Neubaugebiet.
Der Computerklub ist der älteste in Wittenberg.
Der Kulturbund finanziert sich durch Nutzung des Hauses, Mitgliedsbeiträge und durch Fördermittel von Stadt und Landkreis. 
Der Kulturbund koordiniert die Nutzung der Räume, (für Nichtmitglieder in der Regel entgeltlich). Für die Mitglieder des Kulturbundes, seine Fachgruppen, Interessengemeinschaften und Freundeskreise, sowie für Vereine und Bürgerbewegungen des Kreises besteht bestehen hier Möglichkeiten zu Versammlungen und Vereinstätigkeit. 
  • Die 22 Interessengruppen und die im Hause Gastrecht genießenden Vereine wirken positiv im Kreis Wittenberg, dazu einige Beispiele:
  • Die Fachgruppen für Ornithologie, Botanik, Geologie, u. der Imkerverein betreiben aktiven Bestands- und Artenschutz im Kreisgebiet. 
  • Die Interessengruppen für Fotografie, Heimatgeschichte, Wandern, Philatelie, Numismatik, Philokartie, Denkmalpflege leisten Beiträge zur Erforschung u. Popularisierung der Heimatgeschichte, Bonsai, Computerklub. 
  • Regelmäßige Gestaltung der Kleinen Galerie, In den Vordergrund rückt jetzt auch die soziale Funktion, in einer Stadt mit hoher Arbeitslosigkeit den Menschen den Lebenssinn zu erhalten. 

Zurück an den Gründungsort
Am 21. September 2005 nahm der Kulturbund Wittenberg e.V. im Kultur-und Tagungszentrum in der Lutherstraße 41 / 42 seine Tätigkeit in neuen Räumen auf. Das Gebäude der Kinderkrippe wird vom "Seniorenheim am Lerchenberg" genutzt, die Stadt bot uns die neuen Räume in der Lutherstraße an und unterstützte uns bei Einrichtung und Umzug. Jetzt war der Kulturbund wieder da, wo er im März 1946 gegründet wurde.Nach Umbauarbeiten durch die Stadt und Renovierung durch Mitglieder des Kulturbundes wurde es ein schönes Domizil.
Auch den Umzug bezahlte die Stadt, sie schätzt unsere Tätigkeit.
An die Treppen mußen bis zum 2. Stockwir uns gewöhnen, aber den zunehmend älteren Besuchern fällt das Treppensteigen jetzt schwer..
Das Haus wurde etwa 1890 gebaut als "Hotel zur Reichspost", dann "Muths Festsääle", später Haus der Schaffenden "Maxim Gorki" und jetzt "KTC". Hinter der Bühne wurde im März 1946 der Kulturbund Wittenberg gegründet.

Und wieder ein Umzug
Im Januar 2011 ziehen wir wegen einer Brandschutzauflage in das ehemalige "Cafe Mona" in der Lutherstraße 43 a ,unweit des bisherigen Standortes.  Die Stadt hilft uns auf Beschluss des Stadtrates sehr , wbei die Lage der Räume zu ebener Erde ein großer Vorteil ist. 
Damit würdigt die Stadt unsere soziale Funktion, besonders den  Einsatz für die "Selbsthilfegruppen"


Kulturbund Wittenberg e.V. Lutherstraße 43a
Telefon/Fax: 03491-886371


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siehe auch:    ,  Kulturbund Sachsen/Anhalt   ,  hydrolab    ,  igelratgeber   ,  chemikalien-service    ,  Eilenstedt am Huy      ,  meidet Hochvolthalogenlampen!